Ein Ritter im Topfhelm, aus lauter Dreiecken gefügt: davor ein Dreiecksschild mit Tatzenkreuz, das Schwert schräg abwärts. Marineblau, Stahlblau und Rostorange, hinten eine Wappenvierung.
Produktbeschreibung
Das Kreuzritter T-Shirt trägt einen gepanzerten Kämpfer, den jemand in lauter Dreiecke zerlegt und an neuen Winkeln wieder zusammengesetzt hat. Kein nachgezeichnetes Historienbild also, sondern ein Splitterbild aus harten Kanten und flachen Farbflächen, über die ein feines Punktkorn läuft.
Der Kopf steckt in einem Topfhelm: ein geschlossener Metalleimer mit waagerechtem Sehschlitz, über den ein senkrechtes Band führt. Schlitz und Band bilden zusammen ein Kreuz auf dem Gesicht, darunter sitzen zwei kleine Gruppen runder Luftlöcher, je eine links und rechts der Schiene. Der Helm neigt sich zur Seite, wodurch die Gestalt nicht steht, sondern kippt.
Vor dem Leib liegt ein Dreiecksschild, oben gerade abgeschlossen, an den Flanken geschwungen, unten in eine Spitze auslaufend. Darauf sitzt ein Tatzenkreuz, dessen vier Arme sich nach außen verbreitern. Auch dieses Zeichen ist nicht sauber gezogen: Es besteht aus keilförmigen Scherben, mal rostorange, mal tiefblau, sodass die Arme gegeneinander zu kippen scheinen.
Das Schwert bleibt gesenkt. Der runde Knauf sitzt links auf halber Höhe, darunter folgen Griff und Parierstange, und von dort zieht die Klinge schräg abwärts quer über den Körper bis in die untere rechte Ecke. Diese lange Diagonale hält alles zusammen und schneidet durch die Scherben, die hinter der Figur nach außen stieben.
Helm und Schild sitzen rechts der Mitte, während Schwertarm und Splitterkranz die linke Hälfte einnehmen. Diese ungleiche Verteilung und die Drehung der Gestalt bringen die ganze Anordnung in Schräglage, wie zersprungenes Glas im Augenblick nach dem Aufprall.
Aus einigen Metern Abstand bleibt nur der Umriss übrig: Helm, Schild, Klinge. Tritt man näher heran, löst sich der Kämpfer auf, und übrig bleibt eine Fläche aus Winkeln und Zacken, in dem sich erst wieder etwas ordnet, wenn man zurückgeht. Dieser Wechsel zwischen den beiden Leseweisen hält den Blick länger fest, als ein gemaltes Ritterbild es täte.
Drei Töne tragen den Druck. Ein sehr dunkles Marineblau bildet den Grund, ein helleres Stahlblau hebt einzelne Flächen heraus, und ein warmes Rostorange bringt Licht in die Splitter. Auf der Vorderseite ist der Untergrund zweigeteilt: über der linken Schulter bleibt er blau, über der rechten kippt er ins Rostbraune, und über beides zieht eine Alterungsspur mit ausgefransten Rändern.
Der Rücken wiederholt die Vorderseite nicht. Dort stehen vier quadratische Felder, je zwei nebeneinander in zwei Reihen, wie die Vierung eines Wappens. Oben links thront ein großes Tatzenkreuz auf orangem Grund, an seinem Fuß bricht eine blaue Zacke auf. Oben rechts stapeln sich Stufen, Bänder und Winkel zu etwas, das an eine aufgebrochene Zinnenmauer erinnert.
Unten links steckt eine gesplitterte Klinge schräg im Feld, umringt von Zickzackkanten. Unten rechts dreht sich ein Windrad aus vier Dreiecken um seine Mitte, darunter liegen kleine orange Bruchstücke verstreut wie Funken nach einem Schlag. Zusammen liest sich die Rückseite wie ein Wappenschild, den man in seine Bestandteile zerlegt und neu sortiert hat.
Beide Ärmel tragen dasselbe Paar Felder wie die obere Reihe des Rückens: vorn das Tatzenkreuz, dahinter die gestufte Mauer. An beiden Armen stehen sie in derselben Anordnung, gespiegelt wurde nichts. Dreht man den Arm, taucht das Zeichen erneut auf, sodass jede Seite ein Stück derselben Bildsprache mitführt.
Wer sich für Rüstungen, Heraldik und die Zeichen des Mittelalters interessiert, bekommt hier keine Nachzeichnung, sondern eine Übertragung. Dieses Kreuzritter T-Shirt nimmt das alte Sinnbild ernst und schickt es durch eine Formensprache, die aus der Grafik kommt und nicht aus der Historienmalerei. Auf einem Mittelaltermarkt wird das Zeichen sofort erkannt, in der Stadt liest sich die Fläche als Plakat.
Schrift kommt im ganzen Druck nirgends vor. Das Bild kommt ohne ein einziges Wort aus, und wer ein zweites Mal hinsieht, findet fast immer noch eine Kante, ein Punktfeld oder eine Scherbe, die beim ersten Blick untergegangen ist.